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Taiji 太极

Tajii - chinesische Bewegungslehre

Taiji Quan zählt in weitestem Sinne zu den Qigong Übungen in Bewegung, wobei aber aus der Tradition beim Taiji der kämpferische Ausdruck im Vordergrund stand. Zunächst wurde Taiji als familiengebunden Geheimlehre im 17. Jahrhundert aus den damals bekannten Kampfkünsten entwickelt. Erst dreihundert Jahre später, während der chinesischen Kulturrevolution, erreichte diese Bewegungsform in vereinfachter und verkürzter Version als Pekingform die Öffentlichkeit.

Das Element, das im Taiji zum Tragen kommt, umfasst das Zusammenspiel der zwei polaren Kräfte: Yin und Yang. Der harmonische Wechsel von Einatmen - Ausatmen,  Spannung – Entspannung, Vorwärts – Rückwärts, Hoch – Tief entspricht der steten Veränderung, der die Natur unterworfen ist. Das chinesische Wort „TAI“ steht in seiner ursprünglichen Bedeutung für den obersten Dachbalken eines Hauses. Übersetzt wird Tai mit: das Höchste, das Äußerste. „JI“ bedeutet: das Absolute, Ji 极 bedeutet Anstrengung „Quan“拳 steht für Faust. Durch das Erlernen einer genau vorgegebenen Bewegungsabfolge (im Falle der Pekingform besteht diese Abfolge aus 24 Bewegungen, es existieren aber auch längere Formen und Waffenformen), durch die Konzentration auf das Zusammenspiel von Armen, Beinen, Rumpf, Kopf, Blick .... dient Taiji auch der Förderung der Merkfähigkeit, der Förderung der geistigen Ebene und ermöglicht damit ein Loslassen, ein Vergessen der Alltagsprobleme. Diesen Aspekt des Taiji, nämlich die Harmonie von Körper und Geist, könnte man als Ausdruck für die unteilbare Ganzheit des Menschen sehen.

Tajii - chinesische Bewegungslehre

Auch hier gilt: für welche Art der „Arbeit mit Qi“ man sich auch entscheidet, zuerst muss man seine anerzogene Denkstruktur des „Perfekt sein Wollens“ über Bord werfen. Das Ziel liegt nicht im schnellen Erlernen einer Bewegungsform, um dann sofort zur nächsten überzugehen. Das Ziel liegt im Erkennen und Wahrnehmen des eigenen Selbst, und dabei gilt der alte chinesische Spruch: der Weg ist das Ziel. Und wer sich auf den Weg gemacht hat, mit Geduld und freudiger Neugier zu trainieren, wer sein ungeteiltes Selbst durch regelmäßiges Üben wieder wahrzunehmen beginnt, der hat sein Ziel schon erreicht.

näheres unter: www.taiji-bai.at